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Die Unersättlichkeit des Menschen

Der Kapitalismus hat in den vergangenen Jahrzehnten enorme Verbesserung der Lebensqualität ermöglicht; für alle Teilnehmer (der sogenannte „Aufzug“; trotz der vielzitierten, immer größer werdenden Kluft zwischen Reich und Arm).

Keynes sagte voraus, dass der Motor des Kapitalismus – der Trieb nach Gelderwerb und die Liebe zum Geld – in einer gesättigten Welt seine soziale Billigung verlieren und somit zum erliegen kommen würde. Der Kapitalismus schafft sich quasi selbst ab. Selbst in der heutigen Zeit des Überflusses (von Menschen am untersten sozialen Rand abgesehen), ist der Mensch aber nicht in der Lage, seine Lage zu genießen. Auch Adam Smith nahm an, dass das in uns innewohnende Bedürfnis nach Verbesserung irgendwann an Grenzen stoßen würde.

Keynes schrieb (!), dass Geiz ein Laster, Wucherzinsen ein Vergehen, die Liebe zum Geld verächtlich ist und dass diejenigen, die sich kaum oder nicht um die Zukunft sorgen, tugendhaft und in Weisheit wandeln.  Dieser Zustand wurde von Frank Ramsey, einem guten Freund Keynes, als  B L I S S  ( „Glückseligkeit" ) bezeichnet. Er prognostizierte das Jahr 2030 als Jahr der Erreichung des Bliss-Zustands ;-)

Die (theoretische) Begründung liegt im abnehmenden Grenznutzen von Einkommen, dass dazu führen sollte, das Reichtum zu einer immer größer werdenden Bevorzugung von Freizeit führen sollte.  Keynes glaubte, dass jeder von uns eine begrenzte Zahl an Bedürfnissen (materieller Art) hat, und diese somit irgendwann vollkommen erfüllt sein sollten. Vermutlich stimmt seine Sicht auf Bedürfnisse (Bedürfnisse sind objektiv für ein gutes und bequemes Leben nötig), nicht jedoch auf Begierden (die im Geiste existieren, und sich nach Art und Quantität im Endeffekt unendlich ausweiten können), was die Unstillbarkeit und die Forderung nach Mehr erklären könnte.

Wikipedia definiert - Begierde bezeichnet den seelischen Antrieb zur Behebung eines subjektiven (!) Mangelerlebens mit einem damit verbundenen Aneignungswunsch eines Gegenstandes oder Zustandes, welcher geeignet erscheint, diesen Mangel zu beheben.

Einen subjektiven Mangel, der dem Geist entspricht sollte kontrollierbar sein.  Vermutlich ist es aber (in Nietzsches Worten) leichter, einer Begierde ganz zu entsagen, als diese zu kontrollieren.

26.5.14 22:47
 
Letzte Einträge: Sterbebegleitung, Epikur von Samos, Gedanken zum Konsum, Begierde, nicht Bedürfnisse



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